IGA Berlin 2017: Von der Gartenschau zum Volkspark mit Weitblick

Die begehbare Skulptur Wolkenhain auf dem Kienberg.Staatlich subventionierte Leistungsschauen des örtlichen Gärtnerhandwerks sind nicht jedermanns Sache. Die einen echauffieren sich über schwindelerregende Kosten, die anderen schreckt die künstliche Inszenierung von Natur. So viel ist sicher: Die LAGAs, BUGAs und IGAs gelten hierzulande eher als Ausflugsziel für Menschen jenseits der Lebensmitte.

Am letzten Tag der Internationalen Gartenschau in Marzahn-Hellersdorf bot sich allerdings ein ganz anderes Bild. Das IGA-Gelände platze vor Buggys, Kinderwagen und Familien mit Sonnenhut und Picknickkörben schier aus allen Nähten. Mehr als 40.000 Menschen schlenderten versonnen lächelnd über die asphaltierten Parkwege. Grund dafür dürfte nicht nur das ungewöhnlich goldene Oktoberwetter, sondern auch der ermäßigte Eintrittspreis gewesen sein. Zugleich zeigt der Besucheransturm einmal mehr, wie sehr die Berliner ihr Stadtgrün lieben.

Die Seilbahn über den Kienberg zu den Gärten der Welt.

Die IGA ist Geschichte

Die IGA Berlin ist seit dem 15. Oktober Geschichte. Wirtschaftlich vermutlich keine besonders ruhmreiche, denn statt der kalkulierten zwei Millionen Besucher wollten gerade einmal 1,6 Millionen die Gartenschau sehen. Das dürfte eine ordentliche Lücke hinterlassen bei der Finanzierung des mittleren zweistelligen Millionenbetrags, den die Schau gekostet hat. Die gute Nachricht ist: Wer auf Blumenrabatten, Fressbuden und Bildungsprogramm verzichten kann, darf sich ab dem 1. Dezember auf eine ausgedehnte Parklandschaft im Berliner Osten freuen. Mit viel Weitblick und zu vertretbaren Eintrittspreisen.

Denn dann ist das Parkgelände, das den ehemaligen Volkspark Kienberg mit den erweiterten „Gärten der Welt“ verbindet, wieder dauerhaft geöffnet. Teile der Installationen wie die Seilbahn, der englische Garten oder die skurrile Aussichtsskulptur „Wolkenhain“ bleiben bis auf Weiteres erhalten. Der neue Kienbergpark wird laut Veranstalter sogar kostenfrei zugänglich sein, der Eintritt zu den erweiterten Gärten Welt kostet zwischen 4 Euro (Winter) und 7 Euro (ab April 2018).

Panoramblick vom Aussichtsturm auf dem Kienberg über Marzahn-Hellerdorf

 

Hin und weg: Am besten mit der U5 bis Haltestelle Kienberg / Gärten der Welt, dann zu Fuß über den Kienberg oder mit der Seilbahn zum Eingang der „Gärten der Welt“. Ab dem 1. Dezember 2017 wieder geöffnet!

Strecke: Kreuz und quer – für das gesamte Parkgelände sollte man mehrere Stunden einplanen. Infos zu den „Gärten der Welt“.

 

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